Bewerbungsemails und Mitbewohnercastings

Stefanie Müller* hat ein halbes Jahr gebraucht, um einen WG-Platz zu finden

 

Foto: pixelio

Studenten leben gerne in Wohngemeinschaften. Aus finanziellen Gründen oder weil sie einfach ungern alleine wohnen wollen. Für Stefanie Müller kam es ebenfalls nicht in Frage, alleine in eine Wohnung zu ziehen. Eine passende WG in Hamburg zu finden, stellte sich aber schwieriger heraus als sie gedacht hatte. Nach unzählbaren Anfragen und Bewerbungscastings hatte sie es schließlich geschafft und fand sich hinterher selbst in der Jury wieder, die entscheiden konnte, wer in die Wohnung aufgenommen wurde und wer nicht.

„Eine zweier- oder dreier-WG, am besten in Eimsbüttel wegen der zentralen Lage –  das waren meine Ansprüche. Ich dachte eigentlich, dass das nicht viel war, aber um diese Bedingungen zu erfüllen, musste ich ein halbes Jahr suchen“, erzählt Stefanie Müller. Die Hamburger Studentin war nicht zum ersten Mal in der Hansestadt auf Wohnungssuche. Zum Studienbeginn musste sie zum ersten Mal eine Bleibe suchen. „Damals habe ich in einem Hostel gewohnt. Schließlich konnte ich für die ganzen Wohnungsbesichtigungen nicht immer von zu Hause zweieinhalb Stunden nach Hamburg fahren.“ Nach einem Jahr war sie in ihrer alten Wohngemeinschaft aber nicht mehr glücklich. „Ich habe mich mit meinem Mitbewohner nicht gut verstanden und mich dort nicht wohl gefühlt. Deshalb habe ich beschlossen, umzuziehen.“ Ein sehr großes Vorhaben – auf jeden Fall in Hamburg und besonders als Studentin. „Der Vorteil jedoch war, dass ich spontan zu Besichtigungen gehen konnte und nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt darauf angewiesen war, eine neue Unterkunft zu bekommen“, erzählt sie. Dass sich die Wohnungssuche jedoch sechs Monate hinziehen würde, hätte Stefanie nicht gedacht.

„Ich war bei etwa 15 Wohnungsbesichtigungen und habe unzählige Anfragen auf Anzeigen im Internet geschrieben.“ Dabei hätte sie immer versucht, so normal wie möglich zu wirken, sich aber doch aus der Menge abzuheben. Schließlich sei es klar, dass man sich gegen mehrere hundert Konkurrenten durchsetzen muss. „Den ersten Schritt hat man schon mal geschafft, wenn man zum Bewerbungscasting eingeladen wird.“ Doch auch dann hätte man es noch mit vielen anderen Interessenten zu tun. Einige Vermieter schickten sogar Doodle-Kalender herum, in denen sich die Suchenden einen Termin aussuchen könnten. „Bei einer Wohnungsbesichtigung musste ich dennoch eine halbe Stunde warten, weil sie mit dem Zeitplan nicht hinterhergekommen sind. Jeder hatte seine bestimmte Zeit, in der er sich vorstellen konnte. Manche brauchten dafür wohl länger.“ Jedoch sei die Wartezeit nicht besonders angenehm gewesen, denn die Wohnung sei – trotz der vielen Besichtigungen – sehr dreckig gewesen. „In der Küche gab es keinen Abstellplatz mehr, weil überall dreckiges Geschirr herum stand. Trotzdem sollten wir unsere Schuhe ausziehen. Das machte auf mich von Anfang an einen schlechten Eindruck.“ Trotzdem hätten die Bewohner über 300 E-Mails auf ihre Anzeige bekommen und es noch nicht einmal geschafft, jedem zu antworten. Eine kollektive Absage sei schon zu viel Arbeit gewesen.

Absagen gehören bei der Wohnungssuche dazu. Foto: pixelio

„Ich habe viele Absagen und Zusagen bekommen. Nur dass ich einziehen wollte und auch die Mitbewohner sich für mich entschieden hatten, dauerte sehr lange. Umso mehr habe ich mich gefreut, als mich mein jetziger Mitbewohner angerufen hat und mir die Zusage mitteilte“, erinnert sich Stefanie Müller. Dass ich die „Kleine Konditorei“ direkt um die Ecke bereits kannte und mochte, war ein großer Vorteil für mich. Doch damit war das Thema Mitbewohnercasting noch nicht beendet. Die WG hatte noch einen Platz frei, also suchte Julia jetzt nicht mehr eine Unterkunft, sondern einen weiteren Mitbewohner. „Diese ganzen E-Mails zu lesen und zu beantworten war sehr viel Arbeit. Besonders neben Prüfungen an der Uni und einem Studentenjob. Ich wollte auch keine Anfrage unbeantwortet lassen, weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe, wie gemein das sein kann.“
Einen ganzen Tag lang haben sich Stefanie und ihr Mitbewohner einen Bewerber nach dem nächsten angeschaut.

Die Wohnungssuche ist neben dem Studium eine Belastung. Foto: pixelio

„Ich hätte nicht gedacht, dass die Menschen so unterschiedlich sein können. Manche haben nicht aufgehört zu reden und andere kriegten keinen Ton heraus. Ein junger Mann saß schüchtern vor uns, wippte nervös mit den Händen auf und ab und erzählte, dass er Schauspieler werden wollte. Das passte für mich nicht zusammen.“
Endlich hatten sie sich entschieden und mussten dann nur noch hoffen, dass ihr potentieller neuer Mitbewohner nicht schon eine andere Bleibe gefunden hatte. „Glücklicherweise freute er sich über unsere Zusage. Seitdem habe ich mit dem Thema Wohnungssuche und Mitbewohnercasting erst mal abgeschlossen und hoffe, dass ich mich damit so schnell nicht wieder befassen muss – besonders nicht in Hamburg.“
*Der Name wurde von der Autorin geändert.

Teure Wohnpreise und leer stehende Bürogebäude

Um die schwierige Wohnungssituation in Hamburg zu erklären, habe ich mit einer Dreiteiligen Serie, in der ich verschiedene Gründe beschreibe, die zu der heutigen Lage geführt gestartet. Dazu habe ich mit vielen Experten aus dem Immobiliensektor von Hamburg gesprochen.

Nachdem ich mich im ersten Teil mit dem Thema Politik und im zweiten Teil mit dem Thema Gesellschaft beschäftigt habe, folgt nun der letzte Beitrag in der Serie: Schrumpfende Sozialwohnungen vs. Wachsende Büroflächen. Denn wer sich mit dem Thema Wohnsituation in Hamburg beschäftigt, der stößt irgendwann auf den Vorwurf der leer stehenden Bürogebäude, die den Anschein haben, immer mehr zu werden während es kaum noch bezahlbaren Wohnraum für die Bevölkerung gibt. Stimmt dieser Vorwurf?

Hamburg – eine der teuersten Städte Deutschlands. Warum?

  1. Politik
  2. Gesellschaft
  3.  Schrumpfende Sozialwohnungen vs. wachsende Büroflächen

Hohe Nachfrage und wenig Angebot, so kann die Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt beschrieben werden. Jedoch bedeutet dieser Zustand einen Preisanstieg. Aus dem aktuellen Mietenspiegel von Hamburg geht hervor, dass die Miete für eine 1-2 Personen Wohnung (41 m² – 66 m² mit Bad und Sammelheizung) in einer guten Lage in Hamburg durchschnittlich 10,30 Euro pro Quadratmeter beträgt. Laut Statistikamt Nord haben jedoch 75 Prozent der Haushalte der Hansestadt ein monatliches Nettoeinkommen unter 3 200 Euro. Diese Haushalte haben nur 1 000 Euro Wohngeld zur Verfügung, was einer Miete von 10 Euro pro m² entspricht. Es lässt sich also festhalten, dass sich 75 Prozent der Hamburger Haushalte keine Wohnung in einer guten Lage leisten können.

Da die Miete für eine gleichwertige Wohnung in einer normalen Lage auch schon 8,02 Euro pro Quadratmeter monatlich kostet, ist es sehr wichtig, dass bezahlbare Wohnungen gebaut werden, also den Bau von Sozialwohnungen zu fördern. Doch genau das tut die Stadt nur sehr eingeschränkt.

Ingrid Breckner. Foto: HCU

„Sozialwohnungen wurden nach dem Krieg gefördert – in den 70 Jahren gab es mehr als 40 Prozent Sozialwohnungen in Hamburg“, berichtet Ingrid Breckner, Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie im Studiengang Stadtplanung an der Hafencity-Uni Hamburg (HCU). Jedoch fielen immer mehr Wohnungen aus den Bindungen und es folgten keine neuen Unterkünfte. Der Grund dafür: Das Haushaltsdefizit und die Mischfinanzierung aus Bund und Ländern. „Der Bund spart, es gibt nicht mehr so viele Fördermittel und die Länder können den Verlust nicht mehr kompensieren.“ Dabei würde sich die Lage, laut Breckner, auf dem Wohnungsmarkt in Hamburg durch mehr Sozialwohnungen entspannen.

Heute hat Hamburg noch gut 98 000 Sozialwohnungen. Durch das Auslaufen der Bindungen wird sich diese Zahl in den nächsten zehn Jahren auf knapp 57 000 reduzieren, also fast um die Hälfte sinken. Auch die Behörde für Stadtentwicklung hat dieses Problem erkannt und mit der SAGA GWG eine Vereinbarung getroffen, dass bis zum Jahr 2019 mindestens 3 000 berechtigte Haushalte mit Sozialwohnungen versorgt werden. So soll der soziale Wohnraum in Hamburg trotz des Auslaufens der Bindungen gesichert werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Senats hervor.

Helmut Sachs, Wohnungsbaukoordinator der Hansestadt Hamburg, sieht in dem Auslaufen der Bindungen gar nicht so ein großes

Michael Sachs, BSU Hamburg, Foto: Stadt Hamburg

Problem. Seiner Einschätzung nach würden die Mietpreise sowieso nicht stark ansteigen, da die Sozialwohnungen in schlechteren Stadtteilen lägen. „Dort kann man gar nicht so viel Miete verlangen. Der Markt wird sich selbst regulieren.“

Jedoch stände fest, dass es im Gegenzug dazu, zu viele Bürogebäude in Hamburg leer ständen. Helmut Sachs sieht den Grund dafür in der Hoffnung, durch den Bau von Büroflächen, mehr Arbeitsplätze zu schaffen – besonders für die Regierung sei dies lukrativ. „Das heißt, jede wirtschaftlich orientierte Regierung ist daran interessiert, möglichst viele Flächen bereit zu stellen, auf denen man Gewerbeimmobilien bauen kann.“ Ein Beispiel dafür sei die Hafen-City. Diese sei schwerpunktmäßig als Bürostadt entwickelt worden, auch wenn sie momentan „alibi-mäßig“  ein paar Wohnungen habe. „Das hat man auch gemacht, um keine reine Bürostadt zu haben. In der Hafen-City wurden also sehr viele neue Gewerbeflächen geschaffen, mehr als überhaupt benötigt werden. Mit dem Bau der Flächen sind ja nicht gleichzeitig auch neue Firmen entstanden. Viele Hamburger Firmen haben ihren Sitz in die Hafen-City verlegt. Und dort, wo die Firmen weggegangen sind, herrscht jetzt größtenteils Leerstand.“ Das heißt: Wenn man höchst attraktive Büroflächen baut, schafft man woanders ein Loch. Die anderen Standorte werden unattraktiv.

Hamburger Hafencity: Eine Bürostadt, Foto:pixelio

Ingrid Breckner betont außerdem die hohen Renditen beim Bürobau. „Eine gut gelegene Gewerbefläche gibt zwischen 20-40 € pro Quadratmeter. Bei Wohnflächen hingegen sind es acht bis 13 €. Zudem ist der Bau von Büros billiger, da beispielsweise weniger sanitäre Anlagen gebaut werden müssen.“ Eine Lösung für das Problem sieht Breckner in einem Einschreiten der Politik. Diese hätte die Möglichkeit, in bestimmten Gebieten nur Wohnungsbauten zuzulassen und so weitere leer stehende Bürogebäude zu verhindern.

Leer stehende Bürogebäude sollen von der Politik verhindert werden, Foto: pixelio

Reurbanisierung und Single-Haushalte: Das war zu viel für Hamburg

Um die schwierige Wohnungssituation in Hamburg zu erklären, habe ich mit einer Dreiteiligen Serie, in der ich verschiedene Gründe beschreibe, die zu der heutigen Lage geführt gestartet. Dazu habe ich mit vielen Experten aus dem Immobiliensektor von Hamburg gesprochen.

Nachdem ich mich im ersten Teil mit dem Thema Politik beschäftigt habe, folgt nun das Thema Gesellschaft. Haben etwa die Hamburger selbst an den hohen Mietpreisen schuld? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen haben zu der heutigen Situation auf dem Wohnungsmarkt beigetragen?

 

Hamburg – eine der teuersten Städte Deutschlands. Warum?

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  2. Gesellschaft
  3. Schrumpfende Sozialwohnungen vs. wachsende Büroflächen

 

Ingrid Breckner. Foto: HCU

Die Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ist angespannt – besonders in einigen Stadtteilen ist es nur für Besserverdienende möglich, eine Wohnung zu bezahlen. Die Gründe für diese Situation sind vielfältig und auch gesellschaftliche Entwicklungen haben dazu beigetragen, wie zum Beispiel die Reurbanisierung Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre. Grund dafür waren die veränderten Werte und Lebensvorstellungen der Menschen. Besonders die veränderten Rollen von Mann und Frau trugen zu einer Rückkehr in urbane Lebensräume bei. „Frauen finden auf dem Land meist keine adäquate Arbeit. Somit müssen beide Partner pendeln und das kostet Geld“, erklärt die Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie im Studiengang Stadtplanung an der Hafencity-Uni Hamburg (HCU), Ingrid Breckner. Auch die wenig kulturellen Angebote auf dem Land hätten dazu beigetragen, dass es die Menschen in die Stadt zog. „Auch die Politik förderte diese Entwicklung, da Steuereinnahmen in den großen Städten fehlten und durch die zunehmende Bevölkerung innerstädtisch mehr Steuern eingenommen werden konnten“, so Breckner. Folglich wurden mehr Wohnungen saniert und gebaut – dies aber nicht in ausreichendem Maße.

Es wollen mehr Menschen in die Stadt, als es Wohnungen gibt. Foto: pixelio

Michael Sachs, BSU Hamburg, Foto: Stadt Hamburg

Die Entwicklung zu einer Single-Gesellschaft verstärkte den Trend ebenfalls. Singles wollen lieber unter vielen Menschen in der Stadt leben als allein auf dem Land. Jedoch brauchen Single-Haushalte mehr Platz als Familien, die sich meist ein Bad und eine Küche teilen. „Der Bedarf pro Kopf ist also gestiegen und steigt auch weiterhin“, erklärt der Wohnungsbaukoordinator der Hansestadt Hamburg, Helmut Sachs. Früher hätte es einen durchschnittlichen Bedarf von 20 Quadratmetern gegeben, heutzutage müsse man mit einem Bedarf von 40 Quadratmetern pro Kopf rechnen. „Nur leider sind die Neubauten an Wohnungen nicht dementsprechend gestiegen.“

Hohe Nachfrage und wenig Angebot – das bedeutet einen Preisanstieg. Aus dem aktuellen Mietenspiegel von Hamburg geht hervor, dass die Miete für eine 1-2 Personen Wohnung (41 m² – 66 m² mit Bad und Sammelheizung) in einer guten Lage in Hamburg durchschnittlich 10,30 Euro pro Quadratmeter beträgt. Laut Statistikamt Nord haben jedoch 75 Prozent der Haushalte der Hansestadt ein monatliches Nettoeinkommen unter 3 200 Euro. Also haben nur diese Haushalte maximal  1 000 Euro Wohngeld zur Verfügung, was einer Miete von 10 Euro pro m² entspricht. Es lässt sich also festhalten, dass sich 75 Prozent der Hamburger Haushalte keine Wohnung in einer guten Lage leisten können.

Dreiteilige Serie: Hamburg – eine der teuersten Städte Deutschlands. Warum?

Hamburg gehört zu den teuersten Großstädten Deutschlands. Es ist sogar das teuerste Bundesland, noch vor Bayern. Viele Menschen wollen in der Hansestadt leben, eine Wohnung zu finden ist jedoch schwierig – besonders eine Bezahlbare. Denn in den stadtnahen, beliebten Gegenden liegt der Quadratmeterpreis bei durchschnittlich 10,30 Euro. Kann man also von einer Wohnungsnot sprechen? Nein, sagen die Experten. Aber eine Knappheit – besonders an billigem Wohnraum – besteht. Den einen Schuldigen gibt es dafür nicht. Eigentlich sind wir alle dafür verantwortlich.  Sowohl gesellschaftliche Entwicklungen und Fehlentscheidungen in der Politik haben zu der heutigen Situation beigetragen.

Um die schwierige Wohnungssituation in Hamburg zu erklären, starte ich nun mit einer Dreiteiligen Serie, in der ich verschiedene Gründe beschreibe, die zu der heutigen Lage geführt haben. Dazu habe ich mit vielen Experten aus dem Immobiliensektor von Hamburg gesprochen.

Der erste Teil beginnt mit dem Thema Politik. Was haben die Hamburger Politiker in der vergangenen Zeit gegen die hohen Mietpreise unternommen? Was ist geglückt und was hat die Situation vielleicht noch verschlechtert?

Hamburg – eine der teuersten Städte Deutschlands. Warum?

  1.      Politik
  2. Gesellschaft
  3. Schrumpfende Sozialwohnungen vs. wachsende Büroflächen

Jeder neue Bürger, der nach Hamburg zieht, bedeutet für die Stadt zusätzliche Steuereinnahmen von 3 000 Euro jährlich. Um mehr Menschen, besonders Familien und qualifizierte Fachkräfte,  nach Hamburg zu locken, entwickelte die Regierung im Jahr 2002 aus CDU und FDP die Initiative „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“. Ein gekonntes Marketingprojekt, dem aber vorgeworfen wird, keine konkreten politischen Schritte mit sich gebracht zu haben.

Ingrid Breckner. Foto: HCU

„Es wurde auch nicht darauf geachtet, ob alle Zuwanderer wirklich eine Wohnung bekommen haben. Eine reale Übersetzung in praktische Handlungszüge gab es nicht.“ So schätzt Prof. Dr. Ingrid Breckner von der Hafen Citiy Universität Hamburg die Initiative ein. Man habe sich darauf verlassen, dass Investoren nach Hamburg kommen würden. Es seien aber nicht so viele gekommen wie erwartet. Und die, die gekommen sind, hätten meistens teure Wohnungen gebaut. Das Problem jedoch: Es gibt nicht genug Gutverdiener in Hamburg, die diese Luxuswohnungen bezahlen könnten. „Die Initiative wachsende Stadt war demnach ein Produkt, das durch eine marktwirtschaftlich orientierte Politik entstanden ist“, erklärt der Wohnungsbaukoordinator der Hansestadt Hamburg, Michael Sachs. Er fügt jedoch hinzu, dass nicht allein die Initiative an der heutigen Wohnsituation Schuld sei, sondern dass die Politik jahrelang zu marktorientiert gehandelt habe und „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“ nur ein Teil davon gewesen sei.

Michael Sachs, BSU Hamburg, Foto: Stadt Hamburg

Eine weitere Maßnahme der Hamburger Politiker in den letzten Jahren war mehr direkte Demokratie zu schaffen.  Ein Ergebnis davon ist die Bezirksverwaltungsreform. Seit 2006 ist nicht mehr der Senat, sondern die einzelnen Bezirke für Neubauten zuständig. Sie entscheiden, ob ein neues Hause erbaut wird. Eigentlich sinnvoll – schließlich sind die Bezirke näher am Geschehen dran und können besser darüber entscheiden, ob in ihrem Zuständigkeitsbereich ein Bauvorhaben realisiert werden sollte. Sie kennen ihren Bezirk und wissen besser als der Senat, ob der Bau nötig ist oder nicht. Jedoch hat diese Nähe auch einen Nachteil: Die Bezirksleiter wollen ihre Stelle behalten und wiedergewählt werden.

Gleichzeitig hat sich eine gesellschaftliche Bewegung zu mehr Mitspracherecht entwickelt. „In den vergangenen fünf Jahren gab es mehr Bürgerbegehren. Die Menschen mischen sich mehr ein und wollen Mitspracherecht bei den Bauvorhaben“, berichtet die Abteilungsleiterin für Projekte der Stadtentwicklung und Bauplanung des Bezirkes Altona, Martina Nitzl.

Traumwohnungen in Hamburg, die sich Studenten schon gar nicht leisten können. Foto: Pixelio

Diese Kombination führte dazu, dass weniger Bauvorhaben umgesetzt wurden. Auf der einen Seite wollten die Bewohner keine Baustelle in ihrer Nachbarschaft und auf der anderen Seite wollten die Bezirksleiter wiedergewählt werden und gingen auf die Forderungen ein. Somit hatten immer mehr Bürgerbegehren Erfolg – bis heute.

Ein Bewerber unter Vielen – Erfahrungsbericht einer offenen Wohnungsbesichtigung

Als Autor dieses Blogs habe ich selbst an einer offenen Wohnungsbesichtigung in Barmbek teilgenommen. Meine Erfahrungen zeigen: Als Student in Hamburg eine Wohnung zu suchen, ist sehr schwer.

Ein passendes Wohnungsangebot in Hamburg zu finden, ist nicht schwer. Im Internet kommen jeden Tag viele Annoncen hinzu – meist mit einer festen Angabe zu einem offenen Besichtigungstermin. Ich habe mich für eine Wohnung in Barmbek entschieden, 45 Quadratmeter für 500 Euro warm. Die Wohnung hat zwei Zimmer, die etwa gleich groß sind: Ideal für eine Wohngemeinschaft,  ideal für Studenten. Leider sind bei dem Angebot keine Bilder zu sehen, aber darauf lasse ich es ankommen.

Ich bin Sonntag pünktlich – kurz vor 14 Uhr – an der angegebenen Adresse. Ich hatte extra noch darauf geachtet, mir die Hausnummer aufzuschreiben, damit ich auch beim richtigen Haus klingele. Das hätte ich mir jedoch sparen können. Schon von weitem sehe ich die Menschenschlange, die bis zum Fußgängerweg reicht. Ich erinnere mich, dass in der Beschreibung stand, dass die Wohnung im zweiten Stockwerk gelegen sei. „Gibt es etwa noch eine Besichtigung im gleichen Haus, zur gleichen Zeit?“ Es handelt sich um ein rot geklinkertes Mehrfamilienhaus, in dem vielleicht mehrere Wohnungen frei werden. Jedoch liege ich mit meiner Vermutung falsch. An die 100 Interessenten sind gekommen, um sich die Wohnung in Barmbek anzuschauen. Ich reihe mich also in die Schlange ein und warte. Da die Wohnung nur 45 Quadratmeter groß ist, können nicht alle Interessenten gleichzeitig die kleinen Räume besichtigen. Es können also nur wieder Menschen in die Wohnung, wenn andere sie verlassen haben.

Die Menschenschlange reicht bis auf den Fußgängerweg. Fotos: selbst erstellt

Die für mich als ideal für Studenten erscheinende Wohnung, scheint auch ältere Menschen zu interessieren, denn ich bin umgeben von Leuten allen Altersklassen. Junge und ältere Paare, Alleinstehende und sogar Teenager, die mit ihrer Mutter als Unterstützung zur Wohnungsbesichtigung gekommen sind – alle sind sie da und sie haben alle eins gemeinsam: Sie sehen alle sehr frustriert und genervt aus. Von hinten höre ich: „Da können wir ja noch lange suchen bei so viel Konkurrenz.“ Der vor mir wartende Mann gibt schon vor der ersten Treppenstufe auf und kehrt um.

Ein Bewerber unter 100 - eine Vorstellung, die Verzweiflung hervorruft.

Langsam geht es vorwärts und ich gelange vom Erdgeschoss in den ersten Stock bis in die zweite Etage. Leider kann ich an den Menschen, die mir die ganze Zeit entgegenkommen, nicht erkennen, ob ihnen die Wohnung gefallen hat. Sie gehen schnell an mir vorbei, so als hätten sie es eilig – vielleicht sind sie schon auf dem Weg zur nächsten Besichtigung. Aber auch dort wartet ja wahrscheinlich wieder eine lange Schlange auf sie.

Nur langsam geht es voran. Es können nur so viele Menschen in die Wohnung, wie wieder herausgehen.

So langsam komme ich der Wohnung näher. Das Paar vor mir reckt schon immer wieder die Köpfe nach vorne, um einen Blick in die Wohnung zu erhaschen. Es stellt sich jedoch heraus, dass das keinen Sinn hat, da man vor lauter Menschen, die um die Tür herumstehen, keinen Blick bekommen könnte. Bis in das dritte Stockwerk stehen noch mehr Menschen. Diese haben aber bereits die Wohnung gesehen und waren anscheinend begeistert, da sie gerade Bewerbungszettel ausfüllen, die sie von der Maklerin erhalten haben. Diese steht am Eingang der Wohnung, verteilt die vielen Zettel und steht für Fragen zur Verfügung.

Endlich habe ich es geschafft, nach 20 Minuten bin ich im Flur angelangt. Und jetzt geht es ganz schnell: Nach links erhasche ich einen Blick in das Wohnzimmer, ein wenig weiter kann ich sogar kurz das Schlafzimmer betreten, jedoch muss ich mich auf die Zehenspitzen stellen, um über die Schulter des Mannes das Badezimmer zu betrachten. Besonders mag ich die Küche, die sehr geräumig  und gut ausgestattet ist. Hier steht auch der jetzige Bewohner, der von vielen Besuchern mit Fragen bombardiert wird. „Was hast du gemacht, um die Wohnung zu bekommen?“

In der Küche steht der jetzige Mieter (links) und beantwortet den Besuchern ihre Fragen.

Ich spreche die Maklerin an, die mir direkt einen Bewerbungszettel in die Hand drücken will. Als ich ablehne, steckt sie das Blatt verwundert wieder in ihre dicke Mappe zurück. Ich interessiere mich nicht für die Wohnung, sondern ich frage sie, ob dieser Ansturm bei Wohnungsbesichtigungen normal sei. Sie deutet nur auf ihre dicke Mappe und sagt:„Das ist nichts Besonderes. Mit diesem Andrang habe ich gerechnet. Normalerweise bekomme ich etwa 100 Bewerbungen, die ich dem Eigentümer übergebe. Dieser entscheidet dann.“ Ich frage sie noch, ob Studenten eine Chance hätten, die Wohnung zu bekommen. Sie erklärt, dass das auf den jeweiligen Eigentümer abhänge. Meist würden aber Berufstätige bevorzugt.

Die Maklerin (rechts) verteilt die Bewerbungszettel und steht für Fragen zur Verfügung.

Ich verlasse die Wohnung wieder. Ich finde, dass es eine sehr nette Unterkunft war, in der ich mich auch wohlfühlen würde – auf jeden Fall nach dem kurzen Einblick, den ich bekommen konnte. Einen genaueren Eindruck habe ich eigentlich nur vom Treppenhaus beim Anstehen bekommen. Dieses gehe ich nun genauso schnell wieder herunter, wie es meine Vorgänger auch schon getan haben. Jedoch hetzte ich zur nächsten Schlange auf einem anderen Besichtigungstermin, sondern kann es mir in meinen eigenen vier Wänden gemütlich machen.  Welch ein Glück, dass ich mich nicht mehr in andere Schlangen stellen muss. Als ein Bewerber unter 100 mit einer fast aussichtslosen Chance darauf, einmal der Mieter dieser Wohnung zu werden.

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Tipps rund um die studentische Wohnungssuche

Eine nützliche Seite, auf der Studenten auf Wohnungssuche mal vorbeischauen sollten: http://bit.ly/aiEdjR

Der Übeltäter Gentrifizierung?!

Gentrifizierung – ein Begriff, der nicht jedem geläufig ist, aber vielleicht ein bedeutender Grund für die brisante Wohnungssituation in bestimmten Ortsteilen von Hamburg ist. Dieser Text erklärt den Begriff anhand von einer Zusammenfassung mehrerer Experteninterviews und hilft so vielleicht den Studenten zu verstehen, warum es für sie so schwierig ist, in manchen Ortsteilen von Hamburg eine bezahlbare Wohnung zu finden.

 

Michael Sachs, BSU Hamburg Foto: Stadt Hamburg

„Es gibt keine Wohnungsnot in Hamburg. Es gibt eine hohe Nachfrage in bestimmten Stadtteilen, nämlich da wo alle hin wollen.“ Der Wohnungsbaukoordinator der Hansestadt Michael Sachs ist sich des Problems bewusst, dass es sehr schwierig ist, in bestimmten Stadtteilen von Hamburg eine Wohnung zu finden. „Wenn man zwischen Ottensen und Schanze sucht, dann braucht man ungefähr vier Jahre, bis man eine geeignete Wohnung findet. Erweitert man seinen Suchkreis jedoch um einen Kilometer, dann ist man durchaus in der Lage, in einer angemessenen Zeit eine bezahlbare Wohnung zu finden – in Bahrenfeld, in Hamm, im Norden von Wilhelmsburg, im Osten von Hamburg.“

 

 

Christoph Twickel, freier Journalist Foto: privat

Diese Ungleichverteilung der Beliebtheit von Stadtteilen nennen Geographen auch Gentrifizierung. Es ist ein Phänomen, das sich nur in Städten zeigt, die eine Zuwanderung und ein Wirtschaftswachstum haben – so wie Hamburg. Der Journalist und Autor des Buches „Gentrifidingsbum oder eine Stadt für alle“, Christoph Twickel teilt den Prozess in zwei Phasen ein: „In der ersten Phase handelt es sich noch um ein bürgerliches, alternatives und günstiges Wohnviertel, in dem Menschen wohnen, die sich nur billige Wohnungen leisten können – so wie Künstler oder Studenten.“ Diese Pioniere schafften es dann ungewollt, das Viertel für Immobilienmakler und besser Verdienende interessant zu machen. In der zweiten Phase wird es zu einem sogenannten Szeneviertel.

 

 

 

Thomas Pohl, UHH Foto: UHH

In den 80er Jahren habe dieser Prozess in den Stadtteilen Eppendorf und Ottensen stattgefunden, wie der Geographieprofessor der Universität Hamburg, Thomas Pohl weiß. „Ein großes Problem, das die Gentrifizierung mit sich bringt, ist die Allokation. Das bedeutet, dass nun weniger Menschen auf demselben Wohnraum leben und es einen Anstieg von Einpersonenhaushalten gibt. Man benötigt also schlagartig mehr Wohnraum für eine kleinere Anzahl an Menschen.“ Gentrifizierte Stadtteile zeichneten sich dadurch aus, dass ein starkes Angebot an teuren Wohnungen und ein mangelndes Angebot an günstigen Wohnungen herrsche. „Der Anstieg der Mieten in normalen Wohnungen ist in Harvestehude, Rotherbaum, Hoheluft und Eppendorf um 25 Prozent durch die Gentrifizierung gestiegen“, sagt der Professor. Eine Kumulation von gesellschaftlich schwachen Schichten führte somit zu der Entstehung von Problemstadtteilen.

 

Jedoch ist die Gentrifizierung kein typisches Hamburger Phänomen, sondern findet auch in anderen großen Städten statt. Vielleicht ein kleiner wenn auch unbedeutender Trost.

Die verzweifelte Wohnungssuche einer Medizinstudentin

Kathrin Peters* hat mehr als ein halbes Jahr nach einer Wohnung gesucht – fast ohne Erfolg

Foto: pixelio

„Ich liebe Hamburg. Es ist meine Traumstadt, aber ich würde es keinem wünschen, hier auf Wohnungssuche zu sein – schon gar nicht als Student.“ Kathrin Peters ist Medizinstudentin und suchte – wie viele andere Studenten – verzweifelt in Hamburg eine Wohnung. „Ich habe vielleicht auch zu hohe Ansprüche gehabt. Da ich jeden Tag zum Uniklinikum in Eppendorf fahren musste, wollte ich auch gerne in diesem Stadtteil wohnen.“ Jedoch gehört Eppendorf zu den besseren Wohngegenden in Hamburg, was die Suche für bezahlbare Wohnungen für Studenten umso schwerer macht. Das bedeutet: Schlange stehen – und zwar mehrere Stunden lang, bevor man überhaupt eine Wohnung betreten kann. „Einmal wollte ich mir eine Wohnung im Falkenweg anschauen. Ich hatte sogar meine Mutter mitgebracht, da das ja als Student meist gerne gesehen wird, wenn man seinen Bürgen direkt mit dabei hat“, erzählt Kathrin Peters. Jedoch konnte sie ihren Trumpf gar nicht ausspielen. „Immer mehr Menschen sind die Treppe heruntergekommen und meinten, dass sie sowieso keine Stunden nähmen. Ich wollte mir die Wohnung trotzdem mal ansehen. Außerdem standen wir schon zwei Stunden in der Schlange. Nach einer weiteren halben Stunde hieß es dann von oben, die Wohnung sei jetzt vergeben.“  Dabei sei die Wohnung ideal gewesen – auf jeden Fall hätte sie auf den Bildern im Internet so ausgesehen. Deshalb hatte Kathrin den offenen Besichtigungstermin des Maklers wahrgenommen. Sich jedoch gegen mehr als hundert Bewerber durchzusetzen, war von vorneherein so gut wie aussichtslos.

„Ich war verzweifelt, obwohl ich eigentlich schon eine Unterkunft im Studentenwohnheim hatte. Manche müsse die erste Zeit im Hostel oder Hotel wohnen, weil sie keine Wohnung finden. Aber ich habe mich dort überhaupt nicht wohl gefühlt.“ Kathrin hatte es sich angewöhnt, jeden Morgen um sechs Uhr zu duschen, da sie zu dieser Zeit keiner anderen Person begegnete. Besonders keinen Männern, da die Duschen und Toiletten gemischt waren. „Das Kochen in der Gemeinschaftsküche hätte eigentlich sehr nett sein können, aber dort liefen den ganzen Tag die Reiskocher der asiatischen Mitbewohner oder sie ließen Algen garen, die erst nach mehreren Stunden gegessen werden konnten. Als ich einmal lebende Krabben in der Spüle fand, habe ich mir Pizza bestellt.“

Kathrin Peters war bereits auf 20 bis 30 Wohnungsbesichtigungen  – immer ohne Erfolg. Sie hatte ihre Wohnraumsuche bereits erweitert und guckte nun auch im Stadtteil Eimsbüttel. „Eine Anzeige im Internet klang vielversprechend. Jedoch stellte sich das bei der Besichtigung als Trugschluss heraus.“ Nachdem man durch eine Unterführung gegangen sei, hätte dort ein kleines Haus gestanden, in dem die Wohnung besichtigt werden konnte. Vor der Tür hätte ein Mann mit einer benutzten Spritze gelegen und die Gebäude nebenan hätten in der nächsten Zeit abgerissen werden sollen. „Ich bin  mit weiteren 40 Menschen an dem schlafenden Mann vorbei in die kleine Wohnung gegangen. Dort stank es. Leere Wodkaflaschen standen auf dem Tisch, die Steckdosen waren nicht verkleidet und die Besucher rissen der Maklerin die Bewerbungszettel aus der Hand und riefen ‚Ich nehme es!'“. Nicht so Kathrin Peters, sie hat schnell die Flucht ergriffen. „So verzweifelt war ich dann doch nicht.“

Über ein halbes Jahr war  die Medizinstudentin in Hamburg auf Wohnungssuche. Sie stand nun vor einer Entscheidung: Sollte sie ihren Mietvertrag, der eine dreimonatige Kündigungsfrist beinhaltet, schon kündigen, obwohl sie noch keine Wohnung hat? Sollte sie dieses Risiko eingehen oder sollte  sie es in Kauf, vielleicht einen Monat doppelte Miete bezahlen zu müssen? „Ich wollte einfach nicht mehr in meiner neun Quadratmeter großen Studentenwohnung bleiben. Ich wollte dann duschen und kochen, wann ich es wollte.“
Und dann fand sie doch noch ihre Traumwohnung. Zwar konnte sie sich gegen mehr als 100 Bewerber nicht durchsetzen, aber ihr wurde ein WG-Zimmer von zwei Freundinnen aus ihrem Studium angeboten. Ein Zimmer, das an einer vierspurigen Hauptstraße liegt – aber mit Balkon und nur fünf Minuten vom Uniklinikum entfernt ist. „Jetzt bin ich wirklich glücklich. Besonders, wenn ich wieder einen Zettel an einer Straßenlaterne sehe, auf dem steht: ‚ Suche dringend eine Zweizimmerwohnung. Für die Vermittlung zahle ich 500 Euro.‘ Gut, dass ich über solche verzweifelte Methoden, eine Wohnung in Hamburg zu finden, nicht mehr nachdenken muss.“

* Name von Autorin geändert.

„Studenten sollten in den entfernteren Stadtteilen suchen.“

Kurzinterview mit dem Chef der Unternehmenskommunikation der SAGA GWG, Dr. Michael Ahrens:

Michael Ahrens von der SAGA GWG, Foto: SAGA GWG

Inwiefern kann die SAGA GWG für Studenten auf Wohnungssuche hilfreich sein?

Unter www.saga-gwg.de kann man sich als Mietinteressent für bestimmte Stadtteile vormerken lassen. Aktuell werden Monat für Monat zwischen 800 und 900 SAGA GWG Wohnungen im gesamten Stadtgebiet frei. Wir vermitteln besonders günstige Wohnungen, die für Studenten sicherlich interessant sind.

Gibt es bei ihnen spezielle Angebote nur für Studenten?

Wir haben extra Wohnkosten-geförderte Studentenwohnungen in Wilhelmsburg und auf der Veddel. Aktuell wohnen in SAGA GWG-Wohnungen in Wilhelmsburg 255 geförderte Studenten, auf der Veddel 165 (Stand 31. Juli 2011). Das Budget dafür ist ausgeschöpft. Seit etwa einem Jahr finden deshalb keine neuen Vermietungen mehr statt, bestehende Verträge bleiben natürlich gültig. Grundsätzlich gilt: Nur wenn ein Student eine Wohnung verläßt, kann ein Nachfolger einziehen. Die Entscheidung über eine Fortführung oder auch Aufstockung des Programms liegt bei der BSU (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt).*

Was würden Sie Studenten für einen Tipps bei ihrer Wohnungssuche in Hamburg geben?

Den „einen“ Tipp für einen Stadtteil mit besonders vielen freien SAGA GWG Wohnungen für Studenten gibt es dabei nicht. Es lohnt sich aber, ausgehend vom jeweiligen Standort der Universität – ob nun in Bergedorf, Harburg oder Eimsbüttel – entlang des ÖPNV-Netzes (U- und S-Bahn) in etwas weiter entfernten Stadtteilen wie Harburg, Neuwiedenthal oder Farmsen-Berne zu suchen. In Farmsen-Berne, Jenfeld und Lohbrügge etwa verfügt SAGA GWG noch über freie Wohnungen, die sich auch als WG-Wohnungen eignen. Die Mieten lägen bei ca. bei 250 Euro pro Student, zudem wäre eine Kaution zu hinterlegen.

*Weitere Informationen zu WK-geförderten Studentenwohnungen gibt es hier: http://www.wk-hamburg.de/studium/studentisches-wohnen.html

Wohnungssuche ohne Makler

Hier ist eine Seite, auf der es nur provisionsfreie Wohnungsangebote gibt. Also Maklerfreie Zone:-) Trotzdem sind die meisten Angebote eher für den größeren Geldeutel gedacht. Ein Blick auf die Angebote ist trotzdem empfehenswert.

http://www.lieblingsmieter.de/angebote-suchen/do/Hamburg/?gclid=COjfw67ovawCFcKCDgodxXdBpw